Abstract der Diplomarbeiten der GA-53, GA-55, GA-57 und 59 Studium Rettungssanität von 2018 bis 2024
Diplomarbeiten
GA-61 Studium Rettungssanität von 2022 bis 2025
«Deeskalierende Kommunikation im Rettungsdienst»
Zusammenfassung der Arbeit von Lea Blöchlinger
Da verbal aggressive und gewalttätige Verhaltensweisen im Rettungsdienst häufig vorkommen, ist es wichtig, dass Rettungsdienstmitarbeiter über grundlegende kommunikative Kenntnisse verfügen und diese in der Praxis anwenden können. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit deeskalierenden Kommunikationsmodellen und deren Anwendung im Rettungsdienst und in der Präklinik. Dabei wird die Frage nach Kommunikationsmodellen, welche Rettungsdienstmitarbeiter bei Erwachsenen Personen anwenden können, um angespannte Situationen zu deeskalieren und kooperative Verhandlungsweisen zu fördern, bearbeitet. Grundlage der Arbeit bilden die gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg und das Gordon-Modell nach Thomas Gordon. Im Hauptteil werde ich die Theorie mit Praxisbeispielen erläutern und anschliessend die beiden Kommunikationsmodelle miteinander vergleichen. Indem ich die Theorie mit der Praxis vergleiche, formuliere ich im Schlussteil Konsequenzen für den Praxisalltag.
Ergebnisse:
Um deeskalierende Kommunikation erfolgreich anzuwenden benötigt es viel Übung. Die eigene Einstellung zur Thematik ist hierbei ausschlaggebend für den Erfolg. Nur durch intensives befassen mit der Thematik ist man imstande die Botschaft hinter der Aussage zu erkennen. Hat man das geschafft, kann man einen Weg finden, die unerfüllten Bedürfnisse zu erfüllen. Durch das unvoreingenommene Zuhören, hat man die Möglichkeit besser auf den Gesprächspartner einzugehen.
«Hunde am Einsatzort»
Zusammenfassung der Arbeit von Philipp Flückiger
Diese Diplomarbeit beleuchtet den Umgang mit Hunden am präklinischen Einsatzort. In der Schweiz besitzen viele Menschen einen Hund, gleichzeitig nehmen die Rettungseinsätze stetig zu. Es ist daher wahrscheinlich, dass Einsatzkräfte immer wieder auf Hunde treffen. Ziel der Arbeit ist es, praxisnahe Empfehlungen zu geben, wie mit solchen Situationen umgegangen werden kann, besonders dann, wenn keine Betreuungsperson für das Tier verfügbar ist oder der Hund unsicher oder aggressiv reagiert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Interpretation von Körpersprache und Bellverhalten, da insbesondere Letzteres im Rettungsdienst häufig missverstanden wird. Ergänzend wird das Thema Hundebissverletzungen unter medizinischen und rechtlichen Gesichtspunkten beleuchtet. Zudem wird die Frage des weiteren Verbleibs von Hunden thematisiert, wenn deren Halterin oder Halter hospitalisiert werden muss und keine Betreuung sichergestellt ist. Eine Umfrage bei 575 Rettungsdienstmitarbeitenden zeigt grosse Unsicherheit im Umgang mit Hunden und ein klares Bedürfnis nach Schulung. Der vom Autor entwickelte Algorithmus bietet eine einfache Entscheidungshilfe für den Einsatzalltag. Die Arbeit soll dazu beitragen, Sicherheit und Klarheit im Umgang mit Hunden im Rettungsdienst zu fördern.
«Bindung Mensch – Tier und dessen Auswirkung im rettungsdienstlichen Notfalleinsatz»
Zusammenfassung der Arbeit von Janine Furrer
Liebe Lesende
In der Schweiz gibt es rund vier Millionen Haushalte, wobei mehr als ein Drittel von einer einzelnen Person geführt wird. Fast die Hälfte aller Haushalte besitzt mindestens ein Haustier – Tendenz steigend. Deshalb kommt es bei Rettungseinsätzen immer häufiger vor, dass Tiere angetroffen werden, die während des Einsatzes und/oder im Anschluss einer besonderen Betreuung bedürfen. Dies betrifft insbesondere die Versorgung mit Nahrung und Wasser oder das Erledigen der Ausscheidungsbedürfnisse.
Am häufigsten begegnen Rettungskräfte dabei Katzen, Hunden und Fischen in Aquarien, da diese die drei meistgehaltenen Haustiere in der Schweiz sind. Aus diesem Grund konzentriert sich diese Diplomarbeit ausschliesslich auf Patienten, die eines dieser Tiere besitzen und enthält folgende Fragestellung:
«Welche Auswirkungen hat die emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier auf Patienten im Notfalleinsatz und wie kann der Rettungsdienst dazu beitragen, die Sorgen der Patienten um ihr Tier zu lindern oder zu nehmen, um das Wohl der Patienten zu fördern?»
Um diese Frage zu beantworten, setzte sich die Autorin mit themenbezogener Literatur, Online-Recherchen sowie einer gezielten Umfrage unter Haustierhaltenden und Rettungssanitäter:innen auseinander.
Da die heutige Herangehensweise im Umgang mit angetroffenen Haustieren seitens Rettungsdienstes womöglich nicht mehr zeitgemäss ist, hat die Autorin, basierend auf den Ergebnissen dieser Arbeit, einen Algorithmus sowie eine Handlungsempfehlung für den Kanton Aargau erstellt. Zudem erarbeitete sie eine Schulungsempfehlung, um die Rettungskräfte für diese Thematik zu sensibilisieren. Dies soll sowohl das Wohl der Patienten fördern als auch die Einsatztaktik optimieren.
«Neugestaltung des Stützpunktlagers in Tübach»
Zusammenfassung der Projektarbeit von Matthias Lenggenhager
Diese Projektarbeit hat die Neugestaltung des Stützpunktlagers in Tübach des Rettungsdienstes der VGS Schweiz AG (Aktiengesellschaft) zum Thema. In den vergangenen Jahren kam es zu diversen Anpassungen im Lager sowie zur Testung verschiedener Bestellsoftwares. Trotzdem sind bisher die Übersichtlichkeit, die Struktur und der Bestellprozess noch nicht optimal gestaltet.
Das Ziel dieser Projektarbeit war es, die Lagerstruktur neu zu organisieren, die Übersichtlichkeit zu verbessern sowie den Bestellprozess dadurch effizienter zu gestalten. Anhand eines Projektplans wurden die einzelnen Schritte von der Ausgangslage bis zum Abschluss des Vorhabens dokumentiert. Dabei wurden verschiedene Methoden verwendet, wie die Literaturrecherche, die Durchführung einer Mitarbeiterumfrage sowie die visuelle Dokumentation der Veränderungen.
Das Ergebnis dieser Projektarbeit zeigt im Vergleich zur vorherigen Situation eine deutliche Verbesserung. Durch die räumliche Veränderung wurde mehr Platz geschaffen und mit den neuen Schränken und einer strukturierten Einordnung der Artikel konnte die wöchentliche Inventur und Bestellung vereinfacht werden. Zudem konnte die Zufriedenheit der Mitarbeitenden gesteigert werden.
«Zwischen Einsatz und Erschöpfung: die negativen Auswirkungen steigender Einsatzzahlen auf das rettungsdienstpersonal im kanton thurgau»
Zusammenfassung der Arbeit von Jiska Maier
Fragestellung
Welche negativen Auswirkungen haben die steigenden Einsatzzahlen im Kanton Thurgau auf das Rettungsdienstpersonal?
Methode
Um die Fragestellung zu beantworten, wurde eine Umfrage bei den im Rettungsdienst tätigen Personen der Rettungsdienste Spital Thurgau AG und RescueMed durchgeführt. Die Interpretation der Umfrage basiert auf den Antworten von 53 vollständig ausgefüllten Fragebögen. Es wurden Fragen zur demografischen Lage, zur Arbeitsbelastung, zur körperlichen und psychischen Gesundheit, zum Sicherheitsrisiko sowie zur beruflicher Veränderung gestellt.
Ergebnisse
Die Mehrheit der Befragten nimmt vor allem eine Zunahme der NACA 0 bis 2 Einsätze wahr. Obwohl die Einsatzzahlen ansteigen, sehen nur 24,5 % der Teilnehmenden einen körperlichen und 13,2 % einen psychischen Zusammenhang zwischen dieser Zunahme und den Beschwerden. Dennoch empfinden viele Befragte einen Zeitdruck und es werden Überstunden und fehlende Retablierungszeit genannt. Etwa die Hälfte der Befragten denkt über berufliche Veränderungen nach. Insbesondere werden Stellenprozentreduktion oder ein Branchenwechsel genannt. Ein weiteres Thema ist die aktuelle Triage durch die Sanitätsnotrufzentrale, welche laut Teilnehmenden zu Frustration sowie zu einer suboptimalen Ressourcenverteilung führt.
Schlussfolgerung
Die Ergebnisse zeigen, dass die Zunahme der Einsätze nicht der alleinige Grund für die Belastung der Teilnehmenden ist. Der Anstieg der Einsätze NACA 0 bis 2, welche die Inanspruchnahme des Rettungsdienstes für Notfalleinsätze aus medizinischer Sicht nicht rechtfertigen, ist jedoch auffällig. Die suboptimale Triagierung der Einsatzmittel, wird als Belastung wahrgenommen.
«Welcher Nutzen hat eine abdominelle Untersuchung in der Präklinik»
Zusammenfassung der Arbeit von Vanessa Mäusli
Fragestellung
Die Hauptfragestellung lautet: Sind die bisherigen präklinischen abdominellen Untersuchungen ausreichend und wie können sie verbessert werden, um den Patient*innennutzen zu steigern?
Methodik
Mittels Literaturrecherche, interner Datenauswertung von 167 Einsätzen und Gesprächen wurden Schwächen und Potenziale der aktuellen Untersuchungspraktiken analysiert.
Ergebnisse
Die Daten zeigen, dass viele Untersuchungen unvollständig durchgeführt und spezifische Zeichen kaum beachtet wurden. Verdachtsdiagnosen bleiben oft unspezifisch, was Auswirkungen auf Therapie und Kommunikation mit dem Zielspital hatte.
Schlussfolgerung
Eine strukturierte Untersuchung inklusive gezielter Anamnese und klinischer Zeichen kann die diagnostische Qualität erhöhen. Der entwickelte Leitfaden und der Algorithmus bieten eine praxisnahe Unterstützung zur Verbesserung der präklinischen Versorgung.
«Keine:r zu klein, um grosses zu leisten: Wenn Kinder und Jugendliche Leben retten»
Zusammenfassung der Arbeit von Kilian Michlig
Die Fähigkeit, Erste-Hilfe-Massnahmen durchzuführen, ist eine entscheidende Kompetenz, die Leben retten kann. Diese Arbeit untersucht, wie Kinder und Jugendliche altersgerecht in der Ersten Hilfe ausgebildet werden können, um die Überlebenschancen bei Notfällen zu erhöhen. Der Fokus liegt auf der Analyse von Kurskonzepten, die spezifisch auf die Zielgruppe abgestimmt sind, wie dem Pflasterpass, den Ersthelfer-Zippo-Kursen, der Stiftung Ersthelfer sowie den Kinder- und Jugendkursen von Samariter Schweiz. Die Arbeit analysiert in diesem Zusammenhang, welche Krankheitsbilder von Kindern erkannt werden können, ab welchen Alter effektive Thoraxkompressionen möglich sind und wie Kurse optimal auf die Bedürfnisse junger Menschen zugeschnitten werden können.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Kinder ab etwa acht Jahren grundlegende Symptome wie Bewusstlosigkeit oder Atemnot erkennen können. Effektive Thoraxkompressionen erfordern jedoch in der Regel die körperliche Stärke, die Jugendliche ab dreizehn Jahren erreichen. Erfolgreiche Kurskonzepte kombinieren interaktive Lernmethoden mit altersgerechten Übungen, wobei reale Simulationen und spielerische Ansätze die Lernbereitschaft fördern. Ein weiteres Ergebnis ist, dass Barrieren wie Angst vor Fehlern oder soziale Bewertung überwunden werden können, wodurch Selbstwirksamkeit und Teamarbeit gezielt gefördert werden. Die Arbeit schlägt vor, modulare und praxisorientierte Kurse zu entwickeln, die regelmässige Auffrischungen beinhalten. Abschliessend wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Nachhaltigkeit des Gelernten und die Einbindung moderner Technologien wie Virtual Reality in die Erste-Hilfe-Ausbildung zu untersuchen. Diese Erkenntnisse tragen dazu bei, die Erste Hilfe als gesellschaftliche Kompetenz zu etablieren und langfristig die Überlebensrate in Notfallsituationen zu steigern.
«mögliche kompetenzerhöhungen first responder wallis: die herzensangelegenheit eines wallisers»
Zusammenfassung der Arbeit von gianluca nuzzo
Im Jahr 2024 wurden die First Responder im Kanton Wallis zu 1753 Einsätzen alarmiert. Im Gegensatz zur restlichen Schweiz nutzt die Kantonale Walliser Rettungsorganisation diesen Begriff für sehr gut ausgebildete Ersthelfer*innen, welche vor allem in Seitentälern freiwillig ausrücken. 461 Einsätze waren traumatische Verletzungen vor allem von Extremitäten, 100 Einsätze Reanimationen und 160 Einsätze im Zusammenhang mit Anaphylaxie und Atemnot. Die Kompetenzen der First Responder beschränken sich derzeit auf den Bereich des Basic Life Supports.
Da First Responder in der Rettungskette laut dem Interverband für Rettungswesen direkt hinter den Profirettungskräften agieren, ist eine Rettungsdienstliche Relevanz ersichtlich.
Das Ziel dieser Arbeit besteht darin herauszufinden, ob First Responder im Wallis bereit sind erhöhte Kompetenzen auf sich zu nehmen und ein entsprechendes Kompetenzstufen Modell zu entwickeln, um somit die Weiterentwicklung dieses Dispositivs voranzubringen.
Durch Analyse der Einsatzstatistik im Jahr 2024 wurden spezifische Kompetenzerhöhungen ermittelt. Im Anschluss wurde eine Literaturrecherche zum First Responder im Wallis durchgeführt und eine Onlineumfrage zu erhöhten Kompetenzen erstellt, diese neutral ausgewertet und mit den Umfrageergebnissen mit aktueller Studienlage eine Diskussion eröffnet. Danach wurde ein Kompetenzstufenmodell als Lösungsvorschlag erstellt und dieses an die Kantonale Walliser Rettungsorganisation gesendet.
Ein Grossteil der Befragten First Responder sind bereit erhöhte Kompetenzen auf sich zu nehmen und bis zu fünf Tage pro Jahr in Weiterbildung zu investieren.
Die Einsatzstatistik sowie die Studienlage sprechen teils für eine Kompetenzerweiterung der First Responder in den analysierten Gebieten. Es gibt jedoch einige Faktoren, die gegen eine Erhöhung der Kompetenzen sprechen. Die Teilnahmerate an der Umfrage von 37.65% spricht für eine weitere Untersuchung für das ganze Dispositiv, um eine endgültige und breitere Aussagekraft treffen zu können. Das entwickelte Kompetenzstufenmodell könnte helfen, eine Weiterentwicklung der First Responder im Kanton Wallis voranzubringen.
«Ketamin- Die dosis macht die wirkung»
Zusammenfassung der Arbeit von marco purtschert
Diese Arbeit untersucht die Frage:
„Ist der Einsatz von Ketamin, ohne die Kombination mit Benzodiazepinen, im Rettungsdienst zur Analgesie umsetzbar und sinnvoll?“
Die zugrunde liegende Hypothese lautet, dass niedrig dosiertes Ketamin auch ohne Benzodiazepine eine effektive und sichere Schmerztherapie ermöglichen kann.
Methodik
Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine Literaturrecherche durchgeführt. Berücksichtigt wurden Fachbücher, systematische Reviews, klinische Studien und Leitlinien aus den Bereichen Anästhesie, Notfallmedizin und Pharmakologie. Im Fokus standen die Wirkmechanismen, Dosierungsempfehlungen, Applikationsformen sowie die psychotropen Nebenwirkungen und deren Prophylaxe.
Ergebnisse
Die Auswertung zeigt, dass Ketamin in niedrigen Dosierungen eine zuverlässige Analgesie bietet, vor allem bei Traumapatienten oder instabiler Hämodynamik. Gleichzeitig steigt ohne Benzodiazepine das Risiko für psychomimetische Nebenwirkungen wie Halluzinationen, Dissoziationen und Albträume. Studien belegen jedoch, dass Faktoren wie Dosierung, Applikationsgeschwindigkeit (z. B. langsame Infusion) und mentale Vorbereitung des Patienten einen grossen Einfluss auf die Verträglichkeit haben.
Fazit
Ketamin stellt auch ohne Benzodiazepine eine effektive und praktikable Option zur Analgesie im Rettungsdienst dar. Bei angepasster Dosierung, Applikationsgeschwindigkeit und entsprechender Vorbereitung lassen sich Nebenwirkungen deutlich reduzieren, was für eine differenziertere, kontextabhängige Anwendung spricht.
«eklampsie»
Zusammenfassung der Arbeit von serina rohrer
Die Eklampsie ist ein gynäkologischer Notfall, welcher sehr selten vorkommt, jedoch für die Patientin und ihr ungeborenes Kind eine sehr kritische Situation darstellt. Aufgrund des seltenen Vorkommens dieses Krankheitsbildes besteht eine geringe Einsatzerfahrung und somit können Unsicherheiten beim präklinischen Personal auftreten. Deshalb basiert diese Arbeit auf folgender Fragestellung:
Hauptfragestellung: «Was sind die besten Behandlungsmöglichkeiten bei Patientinnen mit Eklampsie in der Präklinik?»
Weitere Fragestellung: «Wie kann das Eklampsie-Management in der Präklinik umgesetzt werden?»
Anhand von Literaturrecherche werden in dieser Arbeit medizinische Grundlagen der Eklampsie erläutert. Basierend auf Literaturrecherche, Leitlinien und Interviews mit gynäkologischem Fachpersonal resultiert ein Algorithmus für die Präklinik.
Die wichtigste Erkenntnis dieser Arbeit ist, dass eine medikamentöse Therapie mit Magnesiumsulfat bei der Eklampsie essenziell ist und andere Antikonvulsiva wie Benzodiazepine nicht in erster Linie eingesetzt werden. Die Literatur ist sich zwar bei der Magnesiumsulfat-Therapie einig, jedoch nicht welche Benzodiazepine oder Antihypertensiva bei der Behandlung einer Eklampsie am besten geeignet sind.
«Schizophrenie im rettungsdienstalltag»
Zusammenfassung der Arbeit von seraina rust
Fragestellung
Welche Symptome oder Verhaltensweisen haben schizophrene Personen, die für das Rettungsdienstpersonal schwierig einzuschätzen oder sogar potenziell gefährlich sind?
Welche Handlungsempfehlungen zur Einschätzung von Symptomen bei schizophrenen Personen und dem Umgang mit ihnen gibt es?
Methodik
Zur Beantwortung der Fragestellung wurde eine vertiefte Literaturrecherche durchgeführt. Zur Ergänzung der theoretischen Erkenntnisse wurde zusätzlich ein Experteninterview mit einem erfahrenen Psychiatriepfleger geführt.
Ergebnisse
Die Analyse zeigt, dass schizophrene Personen im Rettungsdienst durch Symptome wie Wahn, Halluzinationen, Desorganisation und kognitive Störungen schwer einschätzbar sein können. Besonders die emotionale Verfassung stellt ein Risiko für Missverständnisse oder Eskalationen dar. Während die Literatur die Symptomatik detailliert beschreibt, ergänzt das Experteninterview dies um praxisnahe Perspektiven. Die Art der Kommunikation, das Auftreten des Rettungsdienstpersonals und der Umgang mit Bedrohungspotenzial sind entscheidend für den Einsatzverlauf. Ruhige, klare und empathische Kommunikation, Transparenz sowie der gezielte Einsatz von Deeskalationstechniken gelten als zentrale Handlungsempfehlungen.
Fazit
Die Erkenntnisse aus dieser Arbeit zeigen deutlich, dass schizophrene Menschen nicht per se gefährlich sind, wohl aber in bestimmten psychischen Ausnahmesituationen eine Herausforderung für Einsatzkräfte darstellen können. Dabei spielen nicht nur die Symptome der Erkrankung selbst, sondern auch die Reaktion und Haltung des Rettungsdienstpersonals eine wesentliche Rolle. Um diesen Einsätzen besser begegnen zu können, braucht es neben Fachwissen vor allem praktische Schulung in Kommunikation, Deeskalation und interdisziplinärer Zusammenarbeit.
«pocus in der präklinik»
Zusammenfassung der Arbeit von denise schmid
Aus der modernen Medizin ist die Sonographie heutzutage nicht mehr weg zu denken. Das nicht invasive, schmerzfreie und vor allem schnelle Verfahren ohne ionisierte Strahlung erweitert die klinische Untersuchung enorm. Nun etabliert sich Point of Care Ultrasound (POCUS) langsam auch im Rettungsdienst. Das Thema scheint allerdings umstritten. Diese Diplomarbeit hinterfragt den breiten Einsatz von Ultraschall im Rettungswesen der durch folgende Fragestellung:
„Ist die Anwendung von Point of Care Ultrasound (POCUS) momentan im Rettungsdienst sinnvoll umsetzbar?“
In dieser Arbeit werden anhand von Fachliteratur einige Grundlagen für den Umgang mit Ultraschall aufgezeigt. Durch Fachartikel, Studien und Erfahrungsberichte lassen sich Vorteile aber auch die limitierenden Faktoren für POCUS in der Präklinik aufzeigen. Anhand einiger relevanter Leitsymptome beschreibt diese Arbeit adäquate Anwendungsgebiete im präklinischen Umfeld und geht auf die Schulung der Mitarbeitenden ein. Im Rahmen dieser Arbeit erstellt die Autorin einen Algorithmus sowie ein Handbuch für den ausserklinischen Alltag.
Da Sonographie eine weitere zusätzliche Dimension der Patientenbeurteilung ermöglicht, gibt es einige präklinische Situationen in denen POCUS absolut sinnvoll ist. Die Stabilisation der lebenswichtigen Vitalfunktionen, anhand xABCDE-Schema, steht immer im Vordergrund, doch bei der Suche nach Ursachen für die Symptomatik unterstützt Sonographie die Erhebung einer Verdachtsdiagnose und kann somit die entsprechende Therapie oder Einsatzstrategie entscheidend beeinflussen. So verkürzt sich beispielsweise die Zeit bis der Patient im OP behandelt wird, was sicherlich ein besseres Outcome mit sich bringt. Wichtig erscheint hier das Wissen des Anwenders, dass pPOCUS bei Fehlen der gezielten Fragestellung nicht indiziert ist oder sogar eine Verzögerung von Therapie und Transport mit sich bringen kann.
Sonographie ist auch bei weiteren Massnahmen eine Hilfe, beispielsweise zur Anlage einer Venenverweilkanüle bei erschwerten Verhältnissen.
Mithin die grösste Hürde für POCUS in der Präklinik ist die Schulung und kontinuierliches Trainieren der Mitarbeitenden. Die Rettungssanitäter/-innen sind allerdings grösstenteils motiviert, dieses noch neue Tool in ihrem Alltag zu etablieren.
«elektrounfälle»
Zusammenfassung der Arbeit von tanja schurtenberger
Elektrounfälle stellen im Rettungsdienst eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Notfallsituation dar. Diese Diplomarbeit beleuchtet die verschiedenen Formen elektrischer Verletzungen – von Niederspannungsunfällen über Hochspannungsereignisse bis hin zu Blitzunfällen – und legt den Fokus auf das rettungsdienstliche Vorgehen. Besonderes Augenmerk gilt dem Eigenschutz, der Ersteinschätzung, der Versorgung am Einsatzort sowie den Kriterien zur weiteren Überwachung oder Hospitalisation.
Die Arbeit stellt heraus, dass nicht alle betroffenen Personen zwingend hospitalisiert werden müssen. Vielmehr ist eine differenzierte Einschätzung anhand der Symptomatik und Vitalparameter entscheidend. Auch neuere Einflüsse wie der Einsatz von Elektroschockwaffen durch Sicherheitskräfte werden thematisiert. Präventive Massnahmen und korrektes Verhalten bei Gewitterlagen runden die Betrachtung ab.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Handlungskompetenz von Rettungsfachpersonal bei Stromunfällen zu stärken, lebensrettende Massnahmen sicher und effektiv umzusetzen und potenzielle Eigengefährdung konsequent zu vermeiden.
«pädiatrische verbrennungs- & verbrühungsnotfälle»
Zusammenfassung der Arbeit von samuel suter
Die Entscheidung des Autors sich mit dem Thema Verbrennungen/Verbrühungen bei Kindern auseinander zu setzen, entstand bei einem selbst erlebten Einsatz als Rettungssanitäter HF in Ausbildung, mit dem er konfrontiert wurde. Er habe gesehen, wie wichtig eine schnelle und angemessene Erstversorgung für Verbrühungsopfer ist und wie entscheidend dies für den weiteren Heilungsprozess sein kann. Durch diese Diplomarbeit möchte er dazu beitragen, das Bewusstsein für hitzebedingte thermische Verletzungen bei Kindern bis 12 Jahren für alle Rettungssanitäter*innen zu schärfen und ihr Wissen über die bestmögliche Versorgung zu erweitern.
Die Thematik der Rettungsmassnahmen bei thermisch verletzten Kindern ist von grosser Bedeutung, da sie eine spezifische Herangehensweise erfordert, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Durch die Analyse gültiger Guidelines können wir sicherstellen, dass die angewandten Massnahmen den aktuellen Standards entsprechen und somit die bestmögliche Versorgung der betroffenen Kinder gewährleistet wird.
Mit dieser Arbeit sollen die vorhandenen Guidelines untersucht und analysiert werden, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen für den Rettungsdienst abzuleiten. Dabei wird diese Arbeit mit den neusten Erkenntnissen und Empfehlungen auf dem Gebiet von Brand- und Verbrühungsverletzungen bei Kindern erarbeitet.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Beitrag zur Verbesserung der Rettungsmassnahmen bei thermisch verletzten Kindern zu leisten und somit die Überlebenschancen und die langfristige Genesung dieser Patientengruppe zu optimieren. Der Autor ist davon überzeugt, dass seine Arbeit einen positiven Einfluss auf die Praxis haben wird und dazu beitragen kann, dass Rettungsdienste ihre Massnahmen entsprechend den gültigen Guidelines anpassen.
«synkopen im rettungsdienst: klassifikation und präklinische diagnostik»
Zusammenfassung der Arbeit von belinda sutter
Synkopen im Rettungsdienst erfordern eine präzise Differenzierung, da sie oft plötzlich auftreten und unterschiedliche Ursachen haben.
Diese Diplomarbeit befasst sich mit den folgenden Fragestellungen:
- Wie können Synkopen im Rettungsdienst hinsichtlich ihrer Arten, Pathophysiologie und Diagnostik unterschieden werden und welche vorbeugenden Massnahmen helfen, ihr Risiko zu minimieren?
- Welche Schlüsselelemente und Schritte sind erforderlich, um einen praxisorientierten Algorithmus zur präklinischen Beurteilung von Synkopen zu gestalten?
Die Arbeit geht den verschiedenen Synkopenformen nach, wie sie im Rettungsdienst häufig vorkommen. Dabei geht es nicht nur um die theoretische Unterscheidung, sondern auch um die Frage, wie diese im Einsatzalltag erkannt und eingeordnet werden können. Gerade wenn nur unvollständige Informationen vorliegen, gestaltet sich die Beurteilung anspruchsvoll. Der Fokus liegt auf den drei klinisch relevanten Formen: der vasovagalen, der orthostatischen und der kardialen Synkope. Um ein besseres Verständnis zu ermöglichen, wurden unterschiedliche Quellen ausgewertet. Daraus entwickelte sich ein Vorschlag für einen praxisnahen Algorithmus, der die Einschätzung vor Ort erleichtern soll.
Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit der Frage, ob sich bestimmte Synkopen unter bestimmten Bedingungen vermeiden lassen und welche konkreten Faktoren im Alltag dazu beitragen können. Ergänzend wurde eine Unterrichtseinheit erstellt, das Rettungsdienststudierenden eine gezielte Vertiefung ihres Wissens über Synkopen ermöglicht.
Diese Diplomarbeit leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung der präklinischen Versorgung und bildet eine hilfreiche Grundlage für die Aus- und Fortbildung im Rettungsdienst.
«bleeding control: der kampf gegen die zeit»
Zusammenfassung der Arbeit von jan willi
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung von Tourniquet, Druckverband und Beckengurt im Rettungsdienst Surselva. Ziel ist es herauszufinden, wie sicher sich die Rettungssanitäter/innen im Umgang mit diesen Mitteln fühlen, ob die Handhabung korrekt ist und ob die Indikationen bekannt sind. Daraus soll abgeleitet werden, ob Schulungsbedarf besteht. Man will dann herausfinden, ob mit wenig Schulungsaufwand eine Verbesserung erzielt werden kann.
Die Untersuchung wird anhand eines PDCA-Kreislaufs durchgeführt. Elf Rettungssanitäter/innen werden mittels OSCE-Verfahren praktisch und theoretisch geprüft. Anschliessend erfolgt eine gezielte Schulung basierend auf den erkannten Schwachstellen. Im Anschluss wird eine erneute Überprüfung im gleichen Rahmen durchgeführt.
Die ersten Erhebungen zeigen, dass es besonders beim Beckengurt und beim Druckverband Unsicherheit bestehen- sowohl in der Anwendung als auch im Wissen über die Indikationen. Nach der Schulung zeigen sich bei fast allen Teilnehmenden Verbesserungen in der Handhabung und im Sicherheitsgefühl.
Die Arbeit zeigt, dass sich mit einfachen Mitteln wie strukturierter Auswertung und gezielter Schulung erkennbare Verbesserungen in der Praxis erzielen lassen. Der PDCA-Zyklus hat sich dabei als hilfreiches Werkzeug erwiesen, um Schwachstellen zu erkennen und konkrete Massnahmen mit direktem Nutzen für die Qualität der Patientenversorgung abzuleiten.
GA-59 Studium Rettungssanität von 2021 bis 2024
«Kulturelle Vielfalt»
Zusammenfassung der Arbeit von Edri Ademaj
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die wichtigsten Punkte des islamischen Glaubens und ihre Auswirkungen auf die medizinische Behandlung zu erläutern. Sowie zeigt sich, dass die Arbeit weitergezogen werden kann, und auf Menschen bezogen werden können die aus etischen, ökologischen oder gesundheitlichen Gründen auf tierische Produkte verzichten. Das Rettungsdienstpersonal sollte über interkulturelle Kompetenz verfügen und die Bedürfnisse und Wünsche islamischer oder anderen Patienten verstehen. Durch die Umsetzung der unten genannten Massnahmen, in der Diplomarbeit, kann sichergestellt werden, dass Patienten eine qualitativ hochwertige und kultursensible medizinische Behandlung erhalten.
Vorgehen: Im ersten Schritt wird dem Leser der Islam vereinfacht nähergebracht, um religiöse Entscheidungen besser nachvollziehen zu können. Die Literaturrecherche umfasste die Analyse von heiligen Schriften, Fachbüchern, Zeitschriftenartikeln und Websites. In einem weiteren Schritt wird auch die Umsetzung zur Problemlösung im Rettungsdienstalltag schriftlich festgehalten. Des Weiteren wird die Umsetzung im Rettungsdienstalltag, im Rahmen von einem Monat geprüft und diese Ergebnisse wurden analysiert und zusammengefasst.
Ergebnisse: Islamische Patienten haben spezifische Bedürfnisse und Wünsche im Hinblick auf die medizinische Behandlung. Jedoch zeigt sich das viele bereit sind jegliche Medizin einzunehmen, egal welcher Herkunft. Denn das Leben steht in jeder Hinsicht im Vordergrund. Es ist trotzdem wichtig, die Bedürfnisse der Patienten zu respektieren und kultursensible Behandlung anzubieten. Zugleich zeigt sich auch das Patienten, die aufgrund von Veganismus oder aufgrund von Alkoholentzug auf dieses Wissen zugreifen können.
«traumatisch-hämorrhagischer Schock im RD Surselva»
Zusammenfassung der Arbeit von Dominik Aggeler
Die topografischen Gegebenheiten im Rettungsdienst Surselva bedingen teils lange Anfahrts- und Rückfahrtswege. Zudem kann schlechtes Wetter der Luftrettung den Anflug zu unseren Einsatzorten erschweren und zum Teil verunmöglichen. Deshalb ist die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Rettungsdienste bisweilen lang. Dadurch steigt die Mortalität bei einem traumatisch- hämorrhagischen Schock, bei der die Blutung nicht gestoppt werden kann, um ein Vielfaches. Die S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung (Version 4.1 12/22) besagt: Für die Anmeldung in der Zielklinik ist wichtig, dass die Weiterbehandlung des Patienten reibungslos und ohne unnötige Zeitverluste fortgesetzt wird. Die Drehscheibe für die klinische Weiterbehandlung ist der Schockraum. Unsere bevorzugte Anfahrtsstelle (Schockraum) befindet sich im Zentrumsspital des Kantonsspitals Graubünden. Die Fahrtzeit vom westlichsten Punkt unterhalb des Oberalppasses (Via Alpsu) bis zum Kantonsspital Graubünden beträgt ungefähr 1 Stunde und 27 Minuten, dies bei optimalen Wetterverhältnissen. Bei einer optimalen Prähospitalzeit von 60 Minuten, gemäss S3- Leitlinie Polytrauma, spricht hier nicht sehr viel für ein positives Outcome des Traumapatienten. Aus diesem Grund möchte ich die Möglichkeiten zur Versorgung einer starken, okkulten Blutung in Becken- und Femur-Bereich, wie es bei einem Trauma vorkommen kann, mit dem in der Kriegsmedizin bekannten AAJT-S (Abdominal Aortic and Junctional Tourniquet-Stabilized) analysieren und gegebenfalls im Rettungsdienst Surselva ergänzen. In dieser Arbeit wurden die Erkenntnisse aus einer Humanstudie mit freiwilligen Teilnehmern sowie zwei Tierstudien erforscht und zusammengetragen. Zum Schluss dieser Arbeit wurden diese drei Studien mit einer bereits bestehenden Metaanalyse überprüft und ein Fazit daraus gezogen. Die Erkenntnisse aus der Metaanalyse überschneiden sich nahezu gänzlich mit jenen des Autors aus dieser Arbeit, was die Evidenz der vorliegenden Arbeit verstärkt. Für eine Implementierung des oben erwähnten Tools, in den schweizerischen Rettungsdiensten, müssen noch weitere aussagekräftige Studien vorliegen.
«Migration im Rettungsdienst»
Zusammenfassung der Arbeit von Edith Bienz
Unabhängig von ihrer Herkunft haben alle Migrierende Anrecht auf qualitativ hochstehende präklinische Notfallversorgung. Dies heisst auch, dass die präklinische Notfallversorgung durch die steigende Interkulturalität geprägt ist. Die damit verbundene kulturelle Mannigfaltigkeit wird durch das Rettungsdienstpersonal zunehmend als Herausforderung im Umgang mit Patienten mit Migrationshintergrund wahrgenommen. Dies zeigt sich besonders im Erstkontakt in der präklinischen Notfallversorgung. Patienten mit Migrationshintergrund werden vom Rettungsdienstpersonal oft als verschlossen, abweisend, jammernd oder auch fordernd erlebt. So unterschiedlich wie die Migrierenden und ihr kultureller Hintergrund sind, so unterschiedlich äussern sie auch ihre Schmerzen. Dies kann vom Rettungsdienstpersonal als übertrieben oder auch als Simulation eingeschätzt werden. Die Schmerzen können aber auch von den Patienten bagatellisiert werden (Artmeyer & Schröder, 2022).
Der Qualität der Kommunikation zwischen den Patienten und dem Rettungsdienstpersonal ist hinsichtlich der Arbeitsdiagnose besondere Bedeutung zuzuweisen. Die Ursachen für Missverständnisse sind oft in der verbalen und nonverbalen Kommunikation einzuordnen. Die Sprache ist in der allgemeinen Medizin ein wichtiges Instrument, um die Anamnese und die Bedürfnisse zu erfragen. Das Zurückgreifen auf die nonverbale Kommunikation kann sich auch als problematisch erweisen. In westeuropäischen Ländern bedeutet ein Kopfschütteln «nein». In Indien oder Bulgarien hingegen bedeutet die gleiche oder ähnliche Geste ein «ja». So birgt auch die nonverbale Kommunikation ein hohes Potenzial für Missverständnisse (Pluntke, 2016).
Ziel dieser Arbeit ist es, einen kultursensiblen Umgang in der präklinischen Notfallversorgung des Rettungsdienstpersonals zu fördern. Sie soll zudem veranschaulichen, welche unterschiedlichen kulturellen und kommunikativen Faktoren zu Missverständnissen und Behandlungsfehlern führen, so dass diese zukünftig verhindert werden können.
Folgende Stichwörter wurden benutzt: Migration, Migration im Rettungsdienst, Migration und Gesundheit, Kommunikation mit Migrierenden im Rettungsdienst, Ethik im Rettungsdienst, Kultur im Rettungsdienst, Afghanistan und Syrien.
«Gaffer besser verstehen»
Zusammenfassung der Arbeit von Patrick Bohny
Jeder kennt sie, doch niemand ist einer. Die Rede ist von Schaulustigen oder auch Gaffer genannt. Gefühlt jeder im Rettungsdienst hatte schon einmal eine unerfreuliche Erfahrung mit ihnen. Bei manchen lässt das Thema bereits die Emotionen hochkochen. Doch wer sind diese Menschen und warum gaffen sie? Wie sieht es rechtlich aus? Ein brennendes Thema, dass bis jetzt kaum erforscht wurde, obwohl es kein neues Phänomen ist, sondern so alt wie die Menschheit selbst.
Im ersten Teil wird untersucht, zu erklären, warum es Menschen gibt, die gaffen und wer und warum sie das tun. Die verschiedenen Ursachen und Typen von Schaulustigen werden erörtert.
Der zweite Teil beleuchtet die rechtliche Situation in der Schweiz. Relevante Gesetzte sowie Bundesgerichtsurteile werden betrachtet. Es wird ein Vergleich zu Deutschland gezogen, wo bereits ein «Gaffergesetz» in Kraft getreten ist.
Im dritten und letzten Teil werden Empfehlungen und möglicher Umgang mit solchen Situationen beleuchtet und Lösungsansätze aufgezeigt.
«Erfolgreiche Schnittstellenkommunikation»
Zusammenfassung der Arbeit von Pascal Dürr
In dieser Diplomarbeit wird das Thema „Erfolgreiche Schnittstellenkommunikation“ im gemeinsamen Einsatz mit Partnerorganisationen beleuchtet. Ausreichend Literaturrecherche, Gespräche mit Fachpersonen, sowie das Erstellen eines Leitfadens führen am Ende zur Beantwortung der Kernfrage dieser Arbeit.
Sie lautet: „Wie ist es möglich, die interprofessionelle Kommunikation und somit die Zusammenarbeit an den Schnittstellen zu verbessern?“
Viele RettungsdienstmitarbeiterInnen haben es im Einsatz mit mehreren Partnerorganisationen bereits erlebt. Wo verschiedene Ressourcen aufeinander treffen, kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten und Missverständnissen. Dieses Phänomen wird in dieser Diplomarbeit genauer betrachtet. Es wurde viel Literaturrecherche in Sachen Kommunikationswissenschaften betrieben. Weiterhin wurden zu diesem Thema diverse Gespräche mit Fachpersonen von Partnerorganisationen organisiert und durchgeführt. Auf diese Art und Weise konnten im Laufe der Arbeit einige wertvolle Informationen und Erfahrungswerte zusammengetragen werden.
Dies wurde zu einem späteren Zeitpunkt in einem Kommunikationsleitfaden für RettungsdienstmitarbeiterInnen aller Qualifikationsstufen zusammengefasst. Dieser stellt das physische Endprodukt dieser Diplomarbeit dar und vereint Theorie und Praxis. Er kann als Gedankenstütze im Rettungsdienstalltag angewendet werden.
«kind im rtw – achtung venflon, aber bitte richtig!»
Zusammenfassung der Arbeit von Céline Eschelbach
Kindereinsätze sorgen auch bei erfahrenen RS immer wieder für Stresssituationen. Häufig ist das Aufatmen gross, wenn das Krankheitsbild nicht so schlimm wie die Meldung ausfällt. Die Zurückhaltung, am Kind eine invasive Massnahme durchzuführen, ist häufig riesig. Die Diskussionen immer wieder da, ob dies überhaupt nötig sei. Wie handelt man, wenn jedoch einmal ein i.v.-Zugang angestrebt werden sollte?
Daher befasst sich die Diplomarbeit mit folgenden Fragen:
- Was haben Ärzte/Ärztinnen auf der Notfallstation für Lösungsansätze, welche man in die Präklinik transferieren könnte?
- Was sind die Hemmschwellen für einen i.v.-Zugang bei pädiatrischen Patienten in der Präklinik und wie kann man dagegen vorgehen?
- Versucht der/die Rettungssanitäter/in den i.v.-Zugang beim Kind zu umgehen, da er/sie weniger erfahren ist oder ist für eine zielführende Therapie beim Kind der i.v.-Zugang nicht notwendig?
Um die folgenden Fragen zu beantworten, wurde vorgängig eine Literaturrecherche gestartet. Dabei wurden für die Online-Umfrage gewisse Krankheitsbilder im Voraus herausfiltriert. Die Online-Umfrage wurde mit Ärzten/Ärztinnen von Kindernotfallstationen aus der Schweiz und Deutschland durchgeführt. Dabei waren ihre Erfahrungsberichte ausschlaggeben, ob sie bei gewissen Krankheitsbildern für die Therapie einen i.v.-Zugang empfehlen würden oder eben nicht. Sowie welche Hemmschwellen wie angegangen werden können. Anschliessend wurde die Literatur mit den Antworten der Online-Umfrage verglichen, um allfällige Diskrepanzen zu erläutern.
Als eine der häufigsten Hemmschwellen wurde angegeben, dass die Venen nicht sichtbar sind. Dabei erhielt die Autorin aus der Online-Umfrage den Lösungsansatz mit dem LED-Venensuchgerät. Anschliessend konnte die Autorin die einfache Anwendung im Kinderanästhesiepraktikum testen. Zudem zeigte sich, dass gerade bei Schmerzen und Krampfanfällen mit dem MAD eine zielgerichtete Therapie stattfinden kann. Der i.v.-Zugang wurde vor allem bei Volumensubstitution und weiterführender Therapie als sehr wichtig erachtet.
«Patientenverfügungen im Rettungsdienst»
Zusammenfassung der Arbeit von Dominique Flori
In dieser Arbeit wird der Umgang mit Patientenverfügungen seitens Rettungsdienst und Bevölkerung unter die Lupe genommen. Anhand der Umfragen wird die Autorin Unzufriedenheiten und Probleme des Rettungsdienstpersonals analysieren und mögliche Lösungsansätze generieren. Ebenfalls wird in dieser Arbeit dargestellt, wie die Bevölkerung zu Patientenverfügungen steht und wie die Menschen im Prozess von der Idee einer Patientenverfügung bis zur Umsetzung ideal unterstützt werden können, damit die daraus entstandene Verfügung den gewünschten Nutzen erfüllt. Ebenfalls werden grundlegende Fakten in Bezug auf den Umgang mit Patientenverfügungen aufgezeigt. Dies kann einerseits für Rettungsdienstpersonal, aber auch für Personen, welche gern eine Verfügung erstellen würden, eine Hilfe sein.
«think sepsis, say sepsis»
Zusammenfassung der Arbeit von Lukas Kleingutti
Die Sepsis ein komplexes und facettenreiches Thema. Die Entstehung kann so unterschiedlich sein wie der Verlauf. Bekannt, seit hunderten von Jahren, geniesst die Sepsis in der heutigen Medizin einen immer höheren Stellenwert. Die hohe Mortalität insbesondere bei verzögertem Therapiestart machen die Sepsis zu einem sehr kritischen Notfall. In der vorliegenden Arbeit werden sowohl die Entstehung einer Sepsis in seinen verschiedenen Formen aufgezeigt wie auch die neuesten Sepsis-Leitlinien erläutert. Die «best practice» Versorgung für die Präklinik, basierend auf den neusten Studien finden ebenso Platz, wie auch die Gegenüberstellung zur klinischen Behandlung. Der qSOFA und weitere praktikable Tools zur präklinischen Versorgung werden vorgestellt. Das Endresultat ist ein präklinischer Sepsis-Algorithmus zuhanden Smedrix und einem spezifischen Rettungsdienst. Dies soll mithelfen eine Sepsis präklinisch zu erkennen und dem passenden klinischen Umfeld zu überführen. Ein frühzeitiger Therapiebeginn nach dem Motto «Hit Hard an early» kann das Outcome entscheidend verbessern.
«Palliative Care im Rettungsdienst – Chancen und Grenzen»
Zusammenfassung der Arbeit von Angela Kottmann
In der Schweiz besteht bei weit mehr als der Hälfte aller Menschen der Wunsch, bis ins hohe Alter so gut es geht autonom zu Hause leben und schliesslich auch dort sterben zu können. Menschen, die an einer chronischen unheilbaren Erkrankung leiden, können durch den medizinischen Fortschritt und das zusehends ausgebaute Angebot an ambulanten Versorgungsmöglichkeiten immer länger zu Hause verweilen. Die Palliative Care wurde in den letzten Jahren immer besser im Gesundheitswesen integriert und ist inzwischen fester Bestandteil im ambulanten und stationären Setting geworden. Rettungsdienstmitarbeitende kommen somit zukünftig wohl immer mehr mit palliativen Patient/-innen in Kontakt und sehen sich vor multidimensionale Herausforderungen gestellt, da diese Patientengruppe besondere Bedürfnisse hat. Oft handelt es sich um komplexe Situationen, die sowohl für die Patient/-innen wie auch die (pflegenden) Angehörigen emotional belastend sein können. Wenn nun noch der Rettungsdienst gerufen werden muss, weil die Situationen bei den palliativen Patient/-innen zu Hause zu dekompensieren droht, finden sich Rettungsdienstmitarbeitende inmitten belastender Emotionen, schwierigen Entscheidungsfindungen und teilweise ethischen Dilemmata wieder.
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit palliativen Patient/-innen, die bereits deutlich von ihren Erkrankungen gezeichnet sind oder sich gar bereits im fortgeschrittenen Sterbeprozess befinden und noch zu Hause leben. Wie sollen Rettungsdienstmitarbeitende vorgehen, wenn die Situation zu Hause nicht mehr tragbar erscheint, die betroffenen Patient/-innen aber ihr zu Hause nicht verlassen, sondern zu Hause sterben wollen? Es soll in dieser Arbeit geklärt werden, ob und wie diesem Wunsch nachgekommen werden kann und wo die Grenzen des Machbaren und Zumutbaren liegen.
«XABCD durch Ersthelfer»
Zusammenfassung der Arbeit von Patrick Minder
Diese Arbeit thematisiert die Einführung von Tourniquets (TQ) und Emergency Bandage (EMB) in die Erste-Hilfe-Landschaft Schweiz. Alle Ersthelferinnen und Ersthelfer (EH) welche 2022 ein gültiges Zertifikat der First-Aid-Stufe 2 haben, davon 18’808 Samariter, werden in den nächsten 2 Jahren ein IVR 2 Updatekurs besuchen. Bestandteil dieser Updatekurse ist die Einführung von TQ und alternativ der EMB. Für diese Diplomarbeit wurden in Onlineumfragen in der Ersthelferszene Schweiz Ausbildungslevels vor und nach den Aufschulungen erfragt. Das Augenmerk lag darauf, ob TQ und EMB nur in den Kursen eingeführt oder dann auch in die Einsatzausrüstung der EH integriert werden.
Im Rahmen der Recherchen für die Diplomarbeit stellte sich zudem heraus, dass Lehraussagen zum Thema Kind und TQ in den aktuellen Unterlagen fehlen. Mit Auswertung von aktuellen Studien zum Stillen kritischer Blutungen bei Kindern erhofft sich der Verfasser eine Lehraussage generieren zu können. Denn in EH Ausbildungen wird die Frage betreffend TQ bei Kindern mit einer Lehraussage beantwortet werden müssen.
Allenfalls kann die Ausbildung an den beiden taktischen Tools so forciert werden, dass in naher Zukunft gefährdete Berufe wie Bau, Landwirtschaft, Forst, Holzverarbeitung, Metallbau etc. die Ausbildung Stillung kritischer Blutung bereits in die Ausbildung Sekundarstufe 2 integrieren oder bestehenden Erste Hilfe Schulungen aktualisieren.
Präklinische Professionals werden nach ihrer Meinung gefragt, da sie die Schnittstelle zu den Ersthelfern sind. Was haben sie bis jetzt an der Schnittstelle EH zu Professionals erlebt / gesehen. Was mussten sie an den getroffenen Massnahmen mit TQ und EMB allenfalls ändern. Wie sehen sie die Einführung von TQ und EMB bei den EH.?
Kann man mit der grossflächigen Einführung von TQ und EMB ab First Aid Stufe 2 die Erste Hilfe bei kritischen Blutungen erleichtern und mehr Leute motivieren, sie zu gebrauchen? Diese Hauptfragestellung der Arbeit kann am Schluss eindeutig mit Ja beantwortet werden. Die Antworten zu den Nebenfragen enthalten aufschlussreiche Ergebnisse.
«Sondersignalfahrten sicherer machen»
Zusammenfassung der Arbeit von Patrick Rickli
Die Verkehrssituation und die im Strassenverkehr fahrenden Fahrzeugen haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Der Verkehr hat zugenommen, die Fahrzeuge sind sicherer und schallisolierter konzipiert worden.
Das heisst, dass die Sondersignalfahrzeuge später wahr genommen werden, das Wissen und eventuell der gesunde Menschenverstand verloren gegangen ist.
Aber das ist nur die halbe Wahrheit, dass ist die Seite der allgemein am Strassenverkehr teilnehmenden Personen.
Die andere Hälfte, liegt somit bei den fahrzeuglenkenden Teilnehmer der Sondersignalfahrzeugen. Diejenigen sind vielleicht ein wenig Betriebsblind, schlecht geschult oder vergesslich geworden und sind bestimmt mitschuldig an vielen gefährlichen Situationen auf Dringlichkeitsfahrten.
Die in Ihren Händen liegenden Diplomarbeit hat zum Ziel die aktuelle Situation aufzugreifen, alle Seiten zu beleuchten, die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden zu evaluieren und im Form von Umfragen eine Hilfestellungen zu generieren.
Sprich an einem grossen Onlinestammtisch wurden Ideen gesammelt, ausgewertet und so Lösungsansätze, für viele Situationen im Umgang mit Sondersignalfahrzeugen sicherer zu gestalten, gefunden.
Lösungsansätze die sich vielleicht auch in den zukünftigen Theoriehandbüchern und Unterrichtsstunden der Fahrschulen und der Sondersignalberufen wieder finden werden könnten.
«Fieber und antipyrese in der präklinik»
Zusammenfassung der Arbeit von Andrea noah rieder
Fieber stellt im Rettungsdienst eine häufige Herausforderung dar, da die Ursachen vielfältig und die Behandlungsstrategien oft nicht klar scheinen. Diese Diplomarbeit zielt darauf ab, das physiologische Phänomen des Fiebers und dessen Behandlungsstrategien im rettungsdienstlichen Kontext zusammenzufassen und wichtige Aspekte für Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter hervorzuheben. Dabei werden vier zentrale Punkte behandelt: Die Erkennung von Fieber in der Präklinik, die Toleranzgrenzen und Interventionszeitpunkte für Fiebersenkung, unterschiedliche Fiebersenkungsmethoden und ihre Anwendbarkeit im Rettungsdienst, sowie ein Vergleich zwischen Metamizol-Natrium und Paracetamol hinsichtlich Wirkungsmechanismen und Vor- und Nachteilen.
Die Hypothesen dieser Arbeit bieten den Rahmen zur Untersuchung der aufgestellten Fragen. Dabei wird angenommen, dass die Ohrthermometrie die sinnvollste Methode zur Fiebererkennung in der Präklinik ist und dass medikamentöse Fiebersenkung bei richtiger Indikation bevorzugt vor physikalischen Methoden durchgeführt werden sollte.
Eine umfassende Analyse der wissenschaftlichen Grundlagen verdeutlicht die Komplexität von Fieber als physiologische Reaktion des Körpers, sowie die Bedeutung einer differenzierten Indikationsstellung zur Antipyrese. Zusätzlich werden die Wirksamkeit und Sicherheit von Metamizol und Paracetamol als gängige Antipyretika zusammengefasst und miteinander verglichen.
Fieber und dessen Behandlung ist ein wichtiger Aspekt der Patientenversorgung im präklinischen Umfeld. Diese Arbeit soll einen Versuch darstellen, die innerklinischen Vorgehensweisen und Bedingungen zur Antipyrese auf die präklinischen Verhältnisse zu übertragen und letztendlich als Orientierungshilfe für die Fiebersenkung im Rettungsdienst dienen. Zum Schluss wird die Arbeit vom Autor reflektiert und dabei werden die Grenzen der Diplomarbeit aufgezeigt und die Erkenntnisse relativiert.
«Einsätze die verändern – hilfe für helfer»
Zusammenfassung der Arbeit von Chiara Wagner
Zielsetzung
Ziel dieser vorliegenden Arbeit ist es, die Aufklärung bezüglich Belastung und deren Folgen im Rettungsdienst zu erwähnen / ermitteln sowie die nachsorgenden Massnahmen zu benennen und kritisch zu Hinterfragen. Durch die Autorin dieser Arbeit wird eine Hilfestellung zur Durchführung von einem Defusing erstellt. Die Fragestellungen: «Was ist ein Notfall oder ein kritisches Ereignis und welche Folgen können diese mit sich tragen?» und «Welche Nachsorgenden Massnahmen sind für die psychische Gesundheit von Rettungssanitäter/innen hilfreich?» wurden bearbeitet.
Methodik
Zur Beantwortung der gestellten Fragen wurden zwei verschiedene Methoden angewandt. Es wurde eine quantitative Umfrage über einen Online-Fragebogen durchgeführt. Die zweite Methode ist ein qualitativ narratives Interview mit einer am Busunglück in Siders beteiligten Einsatzkraft. Zudem wurde bei Google Scholar etc. eine kurze Literaturrecherche durchgeführt, um eine theoretische Fundierung zu generieren.
Ergebnisse
Es kommt in Schweizer Rettungsdiensten immer wieder vor, dass herausfordernde Notfälle oder kritische Ereignisse Einsatzkräfte belasten. Wichtig ist, dass die Einsatzkräfte nach solch einer Einsatzerfahrung richtig und strukturiert abgeholt werden können. Ein strukturierter Defusing Bogen wurde entwickelt (Anhang C), welcher in naher Zukunft mit dem Peer Team des Rettungsdienstes Kantonsspital Baselland besprochen wird. Eine Umsetzung dieses Defusing Bogen wäre das Ziel für die optimale Nachsorge direkt nach einem belastenden Ereignis.
Diskussion
Alle diskutierten Massnahmen haben trotz ihrer Vor- und Nachteile ihre Berechtigung bei der präklinischen Intervention nach belastenden Notfällen und kritischen Ereignissen. Es fehlen noch immer zahlreiche Studien, welche die Präklinik in diesem Thema unterstützen könnten.
«penthrox – anwendung bei kindern & jugendliche»
Zusammenfassung der Arbeit von Nadine Willimann
Problematik
Akute, traumatisch bedingte Schmerzen sind in der Präklinik ein häufiger Grund für den Einsatz des Rettungsdienstes. Überwiegend wird bei der Schmerztherapie auf nicht-opioide oder opioide Analgetika zurückgegriffen, die intravenös appliziert werden. Der schmerzhafte Zugang ist besonders bei pädiatrischen PatientInnen oft schwierig zu etablieren und hat wenige Alternativen. Kinder werden deshalb sowohl in der präklinischen als auch in der innerklinischen Notfallversorgung oftmals unzureichend analgesiert, was im weiteren Verlauf psychische und physische Konsequenzen mit sich bringen kann.
Fragestellung
m Rahmen dieser Diplomarbeit wird ermittelt, unter welchen Voraussetzungen Penth-rox® bei traumatisch bedingten Schmerzen in der pädiatrischen Notfallmedizin eingesetzt werden kann.
Zielsetzung
Die Verwendung eines inhalativen Analgetikums wie Penthrox® könnte dem Rettungsdienst eine zusätzliche Option bieten, um bei pädiatrischen Notfällen eine angemessene Schmerztherapie zu beginnen. Es soll ermittelt werden, ob der Einsatz von Penthrox® ohne schwerwiegende Nebenwirkungen bei körperlich und geistig gesunden Kindern und Jugendlichen mit akuten, traumatisch bedingten Schmerzen möglich ist.
Vorgehen
Der Inhalt dieser Diplomarbeit besteht hauptsächlich aus Vergleichen aktueller Publikationen aus PubMed und Google Scholar. Zusätzliche Informationen wurden über die Suchmaschine Google abgefragt. Um den aktuellen Einsatz von Penthrox® zu eruieren, wurde eine Online-Umfrage mit notfallmedizinischem Personal in der Schweiz und in Liechtenstein durchgeführt, welche eine hohe Resonanz erzielte. Bei persönlichen Interviews mit Anwendern und Konsumenten zeigten sich individuelle Vor- und Nachteile des Einsatzes von Penthrox®. Informationen zur Zulassung wurden direkt beim Hersteller angefragt.
GA-57 Studium Rettungssanität von 2020 bis 2023
«Zervikalstütze in Theorie und Praxis»
Zusammenfassung der Arbeit von Philine Walker
Zurzeit ist dieses Thema sehr präsent und umstritten. National wie auch international werden Zervikalstützen abgeschafft und neue, angepasste Algorithmen entwickelt. Diese Diskussionen sind argumentativ sehr ausgeglichen und am Schluss bleibt die Frage offen: Wie können wir das bestmögliche Outcome für den Patienten oder die Patientin erreichen?
Die anstehende Diplomarbeit wird sich daher mit den folgenden Fragen auseinandersetzen:
- Ist der Halskragen noch zeitgemäss oder gibt es andere Alternativen mit einer grösseren Evidenz?
- Welche Probleme zeigen sich momentan in der Praxis und welche studienbasierten Alternativen können sich etablieren?
Um diese Fragen zu beantworten werden diverse Studien und Leitlinien zur Vollimmobilisation inkl. HWS-Immobilisation erläutert und aufgezeigt. Personen unterschiedlicher Rettungsdienste wurden mittels einer Umfrage schweizweit befragt. Sie teilten ihre Erfahrungswerte und ggf. Problematiken der HWS – Immobilisation im Rettungsdienstalltag mit und halfen, diese weiter zu analysieren. Somit kann die theoretische Grundlage den praktischen, präklinischen Handlungsabläufen gegenübergestellt werden. Die Gegenüberstellung soll aufzeigen, wo es Diskrepanzen oder Übereinstimmungen gibt.
Aufgrund limitierter Vergleichsmöglichkeiten in Studien gestaltet sich eine adäquate Einschätzung der Wirksamkeit, sowie der Vor- und Nachteile einer Zervikalstütze, als herausfordernd. Das Rettungsdienstpersonal sollte daher befähigt sein, eine adäquate Anpassung der Immobilisationsmassnahmen an die Bedürfnisse des Patienten zu vollziehen, unabhängig davon, ob dabei ein Halskragen oder alternative Materialien zum Einsatz kommen.
«Lungenembolie in der Präklinik»
Zusammenfassung der Arbeit von Cornelia Affolter
In dieser Arbeit wird primär nach den Schwierigkeiten der präklinischen Diagnostik und den Therapiemöglichkeiten einer Lungenarterienembolie gefragt. Zudem wird eruiert, ob die Heparin- oder Lysetherapie präklinisch als sinnvoll erachtet wird. Mittels einer Literaturrecherche werden alle massgeblichen medizinischen Grundlagen dargelegt. Anhand einer repräsentativen Umfrage in einem ausgewählten deutschsprachigen Raum werden darüber hinaus relevante in den Rettungsdiensten verbreitete Ansichten ermittelt.
Insgesamt zeigen die Resultate den Anspruch einer präklinisch frühzeitigen Diagnose-Sicherstellung auf, welche durch das unspezifische Erscheinungsbild der Lungenarterienembolie und den beschränkten Diagnostikmöglichkeiten erschwert wird. Die Blutverdünnungs-Therapie wird von einem grossen Anteil der Befragten für nicht zielführend eingeschätzt, was wiederum auf die Diagnostikschwierigkeiten zurückzuführen ist. Derzeit ist in den Rettungsdienstunternehmen ein signifikanter Anstieg in der Beschaffung von Ultraschallgeräten zu verzeichnen.
«Menschen mit geistiger Behinderung besser verstehen»
Zusammenfassung der Arbeit von Karin Puorger
Meiner Meinung nach herrscht eine grosse Unsicherheit sowie Unwissen beim SP im Umgang mit MgB. Viele Probleme könnten gelöst werden, würde die Kommunikation zwischen dem SP und den MgB bewusster wahrgenommen und gestaltet werden. In der vorliegenden Arbeit wurde Hintergrundwissen mittels Literaturrecherche und einer Umfrage in Form von Interviews erarbeitet, woraus Verbesserungsvorschläge abgeleitet und veranschaulicht werden.
Zunächst befasse ich mich mit dem Thema „Kommunikation“, da diese gerade bei MgB von essenzieller Bedeutung ist. Was bedeutet Kommunikation eigentlich und wie kann durch bewusstes verbales und nonverbales Kommunizieren die Beziehung zwischen SP und den MgB verbessert werden? Dazu erörtere ich zwei Kommunikationsmodelle, mit deren korrekten Anwendung die Kommunikation zwischen dem SP und den MgB optimiert werden kann. Ein anderer wichtiger Punkt in der Diplomarbeit sind Erlebnisberichte von betroffenen Pat. und deren Begleitpersonen. Dafür habe ich bei meinem vorherigen Arbeitsort Interviews mit MgB und deren Begleitpersonen geführt, welche bereits Erfahrungen mit dem Rettungsdienst gemacht haben.
«Fluktuation im Rettungsdienst»
Zusammenfassung der Arbeit von Sina Liotto
Die Fluktuation im Rettungsdienst ist ein komplexes Problem, das auf verschiedene Ursachen zurückzuführen ist. Im Rahmen der durchgeführten Online-Umfrage wurden mögliche Ursachen identifiziert. Die erlangten Erkenntnisse sind besonders relevant, da sie mögliche Ansatzpunkte für Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst liefern und somit der Fluktuation entgegenwirken können. Obwohl bereits erste Massnahmen ergriffen wurden, um dem Problem entgegenzuwirken, bleibt es abzuwarten, ob diese wirksam sein werden. Die langfristige Bewältigung der Herausforderung erfordert ein koordiniertes und engagiertes Vorgehen aller beteiligten Akteure im Rettungsdienst.
«First Responder System im kanton Aargau im Wandel»
Zusammenfassung der Arbeit von Nina Luceri
First Responder gehören seit einigen Jahren an vielen Orten in der Schweiz und im Ausland fest zu rettungsdienstlichen Einsätzen dazu.
Im Kanton Aargau steht eine grosse Veränderung bevor. Doch was sind die Vor- und Nachteile für den Rettungsdienst? Welche Stichworte sind sinnvoll unter den Bedingungen, welche im Aargau herrschen? Wie hoch ist das statistische Potenzial überhaupt? Diese Fragen werden in dieser Arbeit angeschaut und beantwortet. Woher die Idee mit den First Respondern kommt und wie sich das System etabliert hat, trägt entscheidend dazu bei, was heute ein First Responder kann, wie er ausgerüstet ist und wie wir im Rettungsdienst damit umgehen sollten.
Anhand von Umfragen bei bisherigen First Respondern und Rettungsdiensten, Statistiken aus Swissreca und SNZ Aargau sowie viele Gespräche mit First Responder*innen, Kantonsvertreter*innen und Projektleitenden aus anderen Kantonen hat sich einiges an Informationen zusammengetragen, welche ausgewertet und verglichen werden. Ein wichtiger Perspektivenwechsel war nötig, um die Bedürfnisse der First Responder*innen einfliessen zu lassen und diese mit denjenigen des Rettungsdienstes zu vergleichen.
GA-55 Studium Rettungssanität von 2019 bis 2022
«Wahl des Zielspitals in peripheren Rettungsdiensten am Beispiel der Ambulanz Saastal»
Zusammenfassung der Arbeit von Svenja Zeiter
«der weisse Tod»
ZUSAMMENFASSUNG DER ARBEIT VON SAMUEL RIEDER
«Zielspitalwahl bei NSTEMI-Patienten im Kanton Wallis»
ZUSAMMENFASSUNG DER ARBEIT VON BRENDAN SARBACH
Herzkreislauferkrankungen gehören in der Schweiz, laut dem Bundesamt für Statistik, zu den häufigsten Todesursachen. Die invasiven Eingriffe wie z.B. eine Koronarangiografie sollten bei einer Myokardischämie, falls notwendig, so schnell wie möglich durchgeführt werden. Solche Eingriffe können jedoch nur in Spezialkliniken, welche eine Koronarangiographie besitzen, durchgeführt werden. Da solche Einsätze zum rettungsdienstlichen Alltag gehören, muss sich der Rettungssanitäter für die geeignete Zielklinik entscheiden können.
Durch die geographische Lage im Wallis müssen die bodengebundenen Oberwalliser Rettungsdienste oftmals kritische Patienten mit der Luftrettung in die Spezialkliniken transportieren, um die Zeitverzögerung zu verringern. Der Entscheid einen Hubschrauber als Transportmittel aufzubieten liegt allein in der Verantwortung des Rettungssanitäters. Der Kanton Wallis hat eine ganz klare Vorgabe wie der Rettungsdienst mit Patienten, welche eine Myokardischämie zeigen, vorgehen soll. Dabei kommt es zu einer klaren Differenzierung zwischen dem ST-Hebungsinfarkt und dem Nicht-ST-Hebungsinfarkt.
Bei einem Non-STEMI ist die Vorgabe klar geregelt und Patienten werden in das Regionalspital Visp gefahren. Dort wird der Patient überwacht und eine Troponin Kontrolle, über einen gewissen Zeitraum durchgeführt. Sofern eine weitergehende Intervention bei einem Myokardischämie nötig werden würde kann dies nicht im Spital Visp erfolgen. Als Konsequenz muss der Patient ins Spital Sion weiterverlegt werden. Die subjektive des Autors Meinung hierzu ist, dass folgendes System wenig Sinn ergibt und dass es hier zu einer Verzögerung der Therapie kommt, wo eine schnelle und direkte Intervention für den Patienten benötigt werden würde.
Da der Autor selbst Erfahrung mit dieser Vorgabe gesammelt hat, hat ihn dies angeregt diese zu hinterfragen. Nach Diskussionen mit verschiedensten Rettungssanitätern, welche seine Ansichten teilen, hat er sich dazu entschlossen sich mit der Vorgabe auseinanderzusetzten und diverse Punkte in der Behandlung anzusprechen.
«Besonderheiten von Trisomie-21 im Rettungsdienst»
ZUSAMMENFASSUNG DER ARBEIT VON JILL SANER
«Migränetherapie im Rettungsdienst»
ZUSAMMENFASSUNG DER ARBEIT VON PATRICIA WEBER
«Komplikation als Folge einer Querschnittlähmung»
ZUSAMMENFASSUNG DER ARBEIT VON CARMEN POFFET
«Drogenintoxikation»
ZUSAMMENFASSUNG DER ARBEIT VON ROSI FAES
Welche Massnahmen sollen präklinisch getroffen werden? Um die Fragen dieser Arbeit zu beantworten, setzte sich die Verfasserin mit vorhandener Literatur und im Internet recherchierten Informationen auseinander. Zudem wurden Gespräche geführt mit Fachpersonen, welche mit Drogenabhängigen arbeiten. Die gesammelten Informationen wurden gebündelt, zusammengefasst und verständlich erklärt. Intoxikationen durch Cannabis, Kokain und Heroin lassen sich anhand ihrer Symptome unterscheiden. Während eine Intoxikation mit Cannabis meist „milde“ Symptome wie leichte Blutdruck- und Herzfrequenzerhöhung, Müdigkeit, Entspannung, Euphorie, gerötete Augen und Mydriasis zeigt, können Intoxikationen mit Kokain oder Heroin, je nach Dosis, zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Kokainintoxikationen können zu einem akuten Koronarsyndrom, Arrhythmien oder einer Schocksymptomatik mit Multiorganversagen führen. Heroinintoxikationen zeigen sich mit den klassischen Symptomen des Opiat- Trias (Atemdepression, Miosis und Vigilanzminderung). Durch Überdosierung, Mischintoxikationen oder Vorerkrankungen kann es zu zerebralen Krampfanfällen oder einer Asystolie kommen. Zudem ist eine Schocksymptomatik mit Bradykardie und Hypotonie möglich. Die zu treffenden Massnahmen sollen sich nach dem bewährten XABCDE Schema richten, wobei die Sicherung der Vitalfunktionen immer im Vordergrund steht.