Diplomarbeiten

Abstract der Diplomarbeiten der GA-51 Studium Rettungssanität von 2017 bis 2020

Dorian Daloz, «der gestresste Patient»

Notfallpatienten befinden sich in einer Ausnahmesituation, welche für die meisten Menschen unbekannt und demnach sehr stressvoll sein kann.

Um sich besser vorzustellen, wie Patienten den Einsatz erlebt haben, wurde eine umfangreiche Umfrage an Patienten eines Rettungsdienstes durchgeführt. Dabei wurde der Stresspegel sowie weitere Gefühlslagen untersucht, die während des Einsatzes empfunden wurden. Mithilfe der Umfrage und eines Experimentes sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die den Verlauf des rettungsdienstlichen Einsatzes möglicherweise verändern oder zumindest die Massnahmen im Rettungsdienst hinsichtlich der stressbedingten Situation hinterfragt. Um den Einfluss von Stress auf unseren Körper zu erklären, wird vorhandene Literatur untersucht und hier zusammengefasst.


Stefanie Derendinger, «Assistenzhunde im Rettungsdienst»

Assistenzhunde gibt es immer mehr. Früher kannte man praktisch nur die Blindenhunde, heute gibt es für etliche Krankheitsbilder einen Assistenzhund. Doch was machen diese genau? Wie erkennt man solche Assistenzhunde und wie geht man mit ihnen um?

Man lernt immer im Scene Assessment, alle Tiere und Gefahren zur Seite zu bringen und sich ein sicheres Umfeld zu schaffen. Doch überlegt man sich dabei, dass es sich um einen Therapiehunden handeln könnte und man genau falsch handelt in diesem Moment?

Viele Themen bezüglich Assistenzhunde sind neu und man beschäftigt sich nicht mit solchen Themen, doch genau das sollte man tun.

Diese Literaturrecherche befasst sich speziell mit dieser Thematik. 


Nadine Gatschet, «Motorradschutzbekleidung»

Die Verfasserin beschreibt wie man den Patienten am schonendsten, schnellsten und einfachsten aus seiner Schutzkleidung schneidet. Es wird in dieser Arbeit darauf eingegangen, worauf man achten sollte beim Aufschneiden der Schutzbekleidung. Welche Stellen geeignet sind und wo man den Schnitt am besten ansetzt. Weiter wird berichtet wie die neuen Systeme und Techniken erkennt werden können. Ob für Rettungssanitäter und Rettungssanitäterinnen Gefahrenquellen entstehen können. Auch die Frage ob man bedenkenlos in die Airbag Kissen schneiden oder stechen kann wird geklärt.

Die für die Motorradkombis verwendeten Materialien werden vorgestellt damit ein Bild entsteht warum man die Kombis nach einem bestimmten System aufschneiden sollte.


Dario Gauch, «der Einsatz von Rettungssanitätern auf der Skipiste»

Wintersportunfälle im Skigebiet Laax gehören zur Tagesordnung. Bei einem Unfall werden die Patientinnen und Patienten jeweils von einer Pistenpatrouilleurin oder einem Pistenpatrouilleur erstbetreut und entweder von der Patrouille selbst ins Tal transportiert oder aber von der Rega abgeholt. In dieser Situation steht einerseits die Patrouille mit eingeschränkten medizinischen Reaktionsmöglichkeiten unter Entscheidungsdruck und die Patientinnen und Patienten leiden oft unter Schmerzen.

Diese Arbeit geht am Beispiel der Schmerzmittelverabreichung der Frage nach, ob bei Bedarf der Einsatz einer Rettungssanitäterin oder eines Rettungssanitäters (RS) im Skigebiet sowohl für die Patrouillen als auch für Patientinnen und Patienten eine Entlastung bietet. Die RS vor Ort stellt eine Option zwischen den eingeschränkten Versorgungsmöglichkeiten der Patrouille einerseits und der vollen medizinischen Versorgungsmöglichkeit eines REGA-Einsatzes andererseits.

Insgesamt zeigt sich, dass in entsprechenden Situationen der Einsatz von RS als Unterstützung von Pistenpatrouillen nicht nur begrüssenswert ist, sondern für die Verunfallten tatsächlich Vorteile mit sich brächte. Zwar ist die Akzeptanz von Seiten der Pistenpatrouillen nicht sehr gross, vor allem, weil die zusätzliche Position aktuell als Komplikation wahrgenommen wird. Auch wenn es nur wenige Vorfälle gibt, bei welchen der Einsatz von RS auf der Piste medizinisch notwendig erscheint, würde dieser dennoch für Patientinnen und Patienten Vorteile bringen.


Svenja Hirschi, «Höhenrettung, Kranunfälle und Hängetrauma im Rettungsdienst»

Fest steht, dass in der Zukunft immer mehr und höher gebaut wird. Dazu braucht es Baukrane (Ein Kran, Mehrzahl: Krane oder Kräne – Kräne wird üblicherweise als umgangssprachlich, Krane als fachsprachlich angesehen). Um auf einen möglichen Unfall auf einem solchen Baukran vorbereitet zu sein, wird im Rahmen dieser Arbeit erklärt, was so ein Baukran ist, was einem erwarten kann und wie man im Falle eines Hängetraumas als Rettungssanitäter/in richtig handelt. Zudem soll der Frage nachgegangen werden, wo es ausgebildete Höhenretter/innen in der Schweiz gibt.


Yannick Imboden, «Sepsis»

Aufgrund der Komplexität und den unterschiedlichen Verlaufsformen einer Sepsis ist es schwierig die Krankheit frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln. Angesichts der zum Teil schnellen Verschlechterung und insbesondere der erhöhten Mortalität bei verzögerter Therapie, handelt es sich bei der Sepsis um einen zeitkritischen Notfall. Ziel dieser Arbeit ist es, das Rettungsdienstpersonal auf das Krankheitsbild Sepsis zu sensibilisieren. Denn präklinisch kann das Outcome von septischen Patienten und Patientinnen wesentlich verbessert werden, indem wir die Krankheit frühzeitig erkennen und dementsprechend handeln. Durch die, für die Präklinik relevante, Pathophysiologie können die Symptome erklärt werden und so vermehrt zu einer besseren Erkennung der Sepsis führen. Ausserdem kann mithilfe von Erkennungssystemen, wie beispielsweise dem qSOFA oder dem NEWS, der Verdacht auf eine Sepsis erhärtet werden.


Solveig Salomon, «Relevanz eines spezifischen Fitnesstests im Rettungsdienst»

In Studien wurde klar festgestellt, dass der Beruf diplomierte*r Rettungssanitäter*in HF diverse negative langfristige Folgen haben kann. Diese Folgen beruhen hauptsächlich auf der Schichtarbeit und die lange inaktive Wartezeit zwischen den Einsätzen gepaart mit kurzen Belastungsspitzen während den Einsätzen. Ausserdem ist bekannt, dass viele dieser Folgen mit Sport und guter Grundkonstitution gemindert oder rückgängig gemacht werden können. Für diese Arbeit wurde deshalb der Gedanke vieler Studien und Untersuchungen aufgenommen und sich mit der Relevanz eines Fitnesstests im Schweizer Rettungswesen auseinandergesetzt. Per E-Mail oder Telefongespräch wurden die Meinungen und Erfahrungen von Schulen und Rettungsdiensten, die sich mit sportlichen Leistungsüberprüfungen auseinandersetzen, eingeholt.

Zusätzlich wurden Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter mit einer Onlineumfrage zu diesem Thema befragt. Aus den Recherchen, Gesprächen und Umfragen kam heraus, dass es in der Schweiz einen Rettungsdienst gibt, der sich ausführlich mit dieser Thematik beschäftigt und kurz davor ist, einen Fitnesstest ins Aufnahmeverfahren für Ausbildungsbewerber*innen und als interne Leistungsüberprüfung zu integrieren. Ausserdem scheint es so, dass man einen spezifischen Fitnesstest neben der Leistungsmessung auch als Screening für allfällige körperliche Erkrankungen bei Rettungssanitäter und Rettungssanitäterinnen und als Anreiz für vermehrte körperliche Aktivität verwenden kann. Allerdings ist die Forschungslage noch uneindeutig, was der spezifische Fitnesstest alles beinhalten und wie man die Parameter messen und analysieren soll.


Madlen Sprenger, «Unfälle in der Landwirtschaft»

Was wird einem in der Ausbildung zur dipl. Rettungssanitäterin HF / zum dipl. Rettungssanitäter HF fast als erstes beigebracht? Richtig! Die eigene Sicherheit und die des Teams steht an erster Stelle. Ein Einsatztort wird nicht betreten, so lange es für uns nicht als sicher gilt. Auch beim Algorithmus Primary Survey steht im Scene Assessment, Safety (Sicherheit) an erster Stelle. Hierbei geht es nicht nur darum, dass man eine Gefahr sieht, sondern auch, dass man sichGedanken machen kann, wenn möglich auch bereits auf der Anfahrt, was einem an Gefahren erwarten könnte.

Doch was gibt es da alles auf einem landwirtschaftlichen Betrieb? Um sich auf mögliche Gefahren vorzubereiten, muss man ja bereits einmal davon gehört oder gelesen haben.

Die Verfasserin möchte Ihnen nun mit Ihrer Arbeit einen Überblick vermitteln, welche Gefahren einem auf einem landwirtschaftlichen Betrieb begegnen können. Hierfür erläutert die Verfasserin Gefahren bezüglich Güllegruben, Gärfuttersilos, diverse verschiedene Fahrzeuge, Maschinen und Tieren. Weiter hat die Verfasserin noch ein Interview mit einem Feuerwehrkommandanten geführt, um heraus zu finden, welche Möglichkeiten ihnen für die Rettung zur Verfügung stehen. Mit einem Landwirt und einem Landmaschinenmechaniker versuchte die Verfasserin heraus zu finden, ob es Möglichkeiten zur Gefahrenbeseitigung gibt, ohne uns zu gefährden.

Diese Arbeit bezieht sich auf mögliche Gefahrenquellen, um auch auf gegebenenfalls unbekannte oder weniger bekannte Gefahren aufmerksam zu machen und so ein möglichst ausführliches Scene Assessment zu gewährleisten. Es werden keineVerletzungsmuster bearbeitet oder Therapiemassanahmen erläutert.


Vera Straub, «Simulationstraining ja – aber wie?»

Als Einstieg gleich zwei viel gehörte Aussagen zum Thema Simulationstraining:

• Professionelle Leistungen auf höchstem Niveau können nur dann erwartet werden, wenn regelmässig kritische Situationen trainiert werden.

• Simulationstrainings ermöglichen, den Umgang mit komplexen Situationen zu üben.

Die Verfasserin ist der festen Überzeugung, dass Simulationstraining eine äusserst effektive und. effiziente Lernmethode darstellt und zudem den Teilnehmern viel Freude bereiten kann.

Als Auszubildende nimmt sie regelmässig in der Schule und im Rettungsdienst des Spitals Uster an Simulationstrainings teil. Dabei verfolgt sie seit längerem die vielschichtigen Gespräche der Teilnehmenden bezüglich Effizienz des Lernens, Qualität des Simulationstrainings und Motivation zur Durchführung. Persönliche Vorlieben, Teamkonstellationen, Instruktorinnen und Instruktoren und sonstige Kriterien scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen.

Allem voran fragt sie sich aber: Wie lernt ein Mensch? Welche Art von Lerneinheit speichert unser Gehirn ab? Wie kann Gespeichertes, in einer nicht vorhersehbaren Situation abgerufen werden? Stimmt ihre Fragestellung, dass «Simulationstraining» eine äusserst effektive und effiziente Lernmethode ist?

Sie möchte im Rahmen der Ausbildung zur diplomierten Rettungssanitäterin herausfinden, wie ein Mensch lernt und welche Auswirkungen das Simulationstraining auf den persönlichen Lerneffekt von Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter hat.