Schichtdienst und Schlaf

time-430625_640Rettungsdienstmitarbeiter arbeiten fast im Schichtdienst. Das bedeutet: Wir gehen oft zur Arbeit, wenn andere schlafen gehen. Unser Job zwingt uns dazu, gegen unsere innere Uhr, unseren biologischen Rhythmus, zu arbeiten. Das hinterlässt irgendwann auch körperliche Spuren. Viele von uns im Schichtdienst kämpfen im Laufe der Zeit mit chronischen Leiden, wie Schlafstörungen, innerer Unruhe, Magenbeschwerden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Uns fehlt erholsamer Schlaf…..

sleeping-1159279_640Eine erholsame Nachtruhe ist ein regelrechter Jungbrunnen, bei dem wir uns nicht nur psychisch erholen, sondern geradezu körperlich regenerieren. Verantwortlich dafür ist insbesondere das Wachstumshormon Somatotropin, das nur während des Tiefschlafs ausgeschüttet wird und für das Wachstum sowie die Erneuerung unserer Zellen sorgt. Aus dem Grund ist es so wichtig, dass wir regelmässig tief und durchschlafen, sonst verringert sich das Zellwachstum.

Wichtig für einen erholsamen Schlaf ist es, einen Schlafrhythmus zu entwickeln. Doch genau dieser geht vielen von uns verloren.

clouds-68901_640Verantwortlich dafür ist der Botenstoff Melatonin. Er wird in der Zirbeldrüse, einer erbsengrossen Drüse im Gehirn, gebildet und zwar fast ausschliesslich nachts. Melatonin wirkt schlaffördernd, indem es die peripheren Blutgefässe erweitert. Das Signal dazu gibt die Umgebung: Sobald es dunkel wird, wird der Botenstoff verstärkt ausgeschüttet. Damit steigt der Melatoninspiegel in den frühen Abendstunden an und gipfelt zwischen zwei und drei Uhr nachts. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem die meisten von uns ihren Tiefpunkt erleben: Sie fühlen sich müde, können sich schlecht konzentrieren und haben eine längere Reaktionszeit.

Wenn die Schicht beendet und es draussen hell ist, signalisiert das Licht dem Körper den Melatoninspiegel herunterzufahren, damit der Körper wach wird. Dadurch entstehen Probleme beim Einschlafen. Deswegen leiden immer mehr Schichtdienstler unter Schlafstörungen.