Ersthelfer im Rettungswesen Stufe 1 IVR (inkl. BLS-AED SRC)

Bedeutung der Ersten Hilfe und Grundanforderungen an die Betriebe

Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass in medizinischen Notfällen entsprechend der TopTen-Liste während der Arbeitszeit angemessen Hilfe geleistet wird. Angemessen heisst, dass die Hilfe schnell und qualifiziert erfolgt. Für den Betrieb bedeutet dies:

  1. Alarmieren
  2. Lebensrettende Sofortmassnahmen durchführen
  3. Weitere Hilfe leisten.

Hier finden Sie alle Informationen zum ArGV 3 Artikel 36: Erste Hilfe

BetriebssanitäterDie Ausbildung Ersthelfer im Rettungswesen Stufe 1 IVR soll jedermann ermöglichen, Erste Hilfe (erste allgemeine Massnahmen bei einer Notsituation, inkl. BLS-AED2) zu leisten. Erste Hilfe soll auf der Strasse, am Arbeitsplatz, bei Freizeit und Sport, im Haushalt, in der Armee und in der Katastrophenhilfe geleistet werden können.  Der Teilnehmer alarmiert korrekt und setzt Anweisungen der Notrufzentrale situationsgerecht um, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Zielgruppe

Alle Interessierten ab dem 12. Lebensjahr.

Ausbildungsinhalte

| Übersicht verschaffen & Beurteilung der Einsatzstelle

Leitziel: Der Teilnehmer verschafft sich einen Überblick über das Ereignis.

Feinziele: 

  • Der Teilnehmer erfasst den Schweregrad der Situation (Unfallsituation/medizinisches Problem) und die Grösse des Ereignisses.
  • Er stellt die Anzahl der verletzten bzw. erkrankten Personen fest.
  • Er erkennt zusätzlich vorhandene Helfer und weist ihnen bei Bedarf Aufgaben zu.
  • Er erkennt potenzielle und akute Gefahren am Ereignisort und passt das Verhalten entsprechend an.

| Alarmierung

Leitziel: Der Teilnehmer alarmiert situationsgerecht.

Feinziele: 

  • Der Teilnehmer benennt die primären Notrufnummern in der Schweiz.
  • Er ist über weitere wichtige Alarmnummern informiert.
  • Der Teilnehmer ist auf die Fragen des strukturierten Abfrageschemas vorbereitet.
  • Er nimmt die Anweisungen der Notrufzentrale entgegen und befolgt diese.
  • Er ist über die Alarmierungsmöglichkeit via Notrufsäule auf Autobahnen informiert.
  • Er kennt die Smartphone-tauglichen Alarmierungssysteme.

| Sicherheit, Schutz & Hygiene

Leitziel: Der Teilnehmer erkennt mögliche Gefahren für sich und die betroffenen Personen und ergreift entsprechende Schutzmassnahmen.

Feinziele: 

  • Der Teilnehmer sichert eine Unfallstelle situationsgerecht ab. Er berücksichtigt dabei die besonderen Gefahren im Strassenverkehr und handelt entsprechend.
  • Er kennt das spezielle Verhalten auf der Autobahn und im Strassentunnel.
  • Er schätzt andere Gefahren ein (z.B. Absturz, Einsturz, Brand, giftige Stoffe, Strom, Elektrofahrzeuge) und leitet Massnahmen ab.
  • Er trifft geeignete Schutzmassnahmen (z.B. Einweghandschuhe, Beatmungsmaske etc.), um den Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten zu vermeiden.
  • Er trifft geeignete Massnahmen, um betroffene Personen aus lebensbedrohlichen Situationen zu bringen.

| Patientenbeurteilung und weitere Massnahmen

Leitziel: Der Teilnehmer nimmt die Patientenbeurteilung, -überwachung und -betreuung nach einfachem Schema vor und trifft die ersten Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der Vitalfunktionen.

Feinziele: 

a) für Massnahmen beim bewusstlosen Patienten 

  • Der Teilnehmer handelt nach den aktuellsten Richtlinien von AHA3, ERC4, SRC5 oder äquivalenten internationalen Kurssystemen.
  • Er wendet Techniken zur Entfernung von Schutzhelmen an.
  • Der Teilnehmer beherrscht die Grundfertigkeiten der Wiederbelebung bei Erwachsenen und Kindern.
  • Er überwacht das Vorhandensein der Atmung und trifft bei Veränderungen die entsprechenden Massnahmen.
  • Falls notwendig, wendet er ergänzende Massnahmen wie beim wachen Patienten an.

b) für Massnahmen beim wachen Patienten 

  • Der Teilnehmer nennt geeignete Massnahmen, die bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen zu treffen sind.
  • Der Teilnehmer erkennt Symptome eines möglichen Herzinfarkts bzw. Schlaganfalls und trifft die notwendigen Massnahmen.
  • Eine starke Blutung stoppt er mit Kompressions- und Verbandsmethoden.
  • Der Teilnehmer nennt Techniken und Massnahmen zum Wärmeerhalt und Witterungsschutz.
  • Der Teilnehmer weiss um die Wichtigkeit einer situationsgerechten Patientenbetreuung und kennt geeignete Massnahmen wie z.B. Abschirmen, Zusprechen, Witterungsschutz etc.

| Stressbewältigung

Leitziel: Der Teilnehmer erkennt mögliche Stresssituationen und reagiert situationsgerecht.

Feinziele: 

  • Der Teilnehmer erkennt Stressreaktionen in Notfallsituationen bei Beteiligten und Helfenden.
  • Der Teilnehmer wendet die Grundelemente der patientenorientierten Kommunikation in Notfallsituationen an.
  • Er ist über Kontaktadressen für psychosoziale Nothilfe informiert.

| Motivation zur Hilfeleistung

Leitziel: Der Teilnehmer setzt sich mit seiner Motivation zur Hilfeleistung auseinander. Er kennt die hemmenden und fördernden Faktoren.

Feinziele: 

  • Der Teilnehmer ist sich seiner Verantwortung in Notsituationen bewusst.
  • Er erkennt, dass jede Hilfeleistung wichtig ist, mag sie auch noch so unbedeutend erscheinen.
  • Der Teilnehmer darf zu seinen Grenzen stehen und erkennt, dass von ihm nichts Unzumutbares verlangt wird.

| Rechte und Pflichten |

Leitziel: Der Teilnehmer kennt die rechtlichen Aspekte der Ersten Hilfe sowie die entsprechenden Rechtsquellen.

Feinziel: 

  • Der Teilnehmer interpretiert die rechtliche Pflicht zur Hilfeleistung im Zusammenhang mit der Zumutbarkeit.

Erfolgskontrolle & Reflexion

Die Kursteilnehmenden erhalten ein formatives Feedback durch die Kursinstruktoren

Kursdauer

2 Tage

Leistungsumfang

  • Kursunterlagen & Kursdokumentation
  • Buch „Erste Hilfe“
  • Teilnehmerzertifikat

Kursanmeldung